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Tourvorschläge/Programm
Tag 1: Vögel zwischen Meer und Fjord
Das primäre Ziel des ersten Tages im Vogelurlaub in Nordwestjütland sind die Landzungen Harboøre und Agger Tange an der Mündung des Limfjords in die Nordsee. Diese letzten Bastionen gen Westen sind strategisch zentral gelegene Gebiete für eine große Anzahl von See- und Zugvögeln. Auf der Harborøre Tange kann man die Vögel am besten von der alten Landstraße aus beobachten, die entlang der Landzunge verläuft. Im Gebiet dominieren 2 große sowie mehrere kleine, seichte Brackwasserseen (Lagunen), an denen man besonders die rastenden Wasservögel antreffen kann. Im März kommen Spitzenten und Pfeifenten in großer Zahl, im April auch Krickenten, Atlingenten, Löffelenten und einzelne Schnatterenten. In der ersten Hälfte des Monats Mai erreicht der Frühjahrszug der Watvögel seinen Höhepunkt. Besonders die vielen festlich gekleideten Kampfläufer bieten jetzt einen imponierenden Anblick. In milden Wintern schon ab Anfang Januar – sind die Kurzschnabelgänse dominierend, besonders auf Knopper Enge. Von der nördlichsten Außenmole im Hafen von Thyborøn bieten sich bei kräftigem, auflandigem Wind gute Möglichkeiten, Seevögel zu Gesicht zu bekommen.
Agger Tange, an der anderen Seite des Limfjords, erreicht man mit der Fähre von Thyborøn (siehe Fährenfahrplan) Im Gebiet südlich der Fähre (Refshalen) fallen oft eine größere Anzahl Meerstrandläufer ins Auge, die man schon sehen kann, bevor man die Fähre hinüber nach Agger nimmt. Auf Agger Tange beobachtet man die Vögel am besten von der Landstraße aus. Hier fahren in der Vogelzugsaison nur ganz wenig Autos, und daher ist es gut möglich anzuhalten, wenn man etwas Besonderes entdeckt. Auf Agger Tange begegnet man Scharen von Gänsen sowie allen Arten von Wasser- und Watvögeln, die in Dänemark anzutreffen sind. Dies ist eines der besten Gebiete Westjütlands für Odinshühnchen, und es gibt gute Vorkommen von Knutten, Zwergstrandläufern und Sichelstrandläufern, wie auch einzelne Sumpfläufer zu beobachten sind. Mehrere Arten von amerikanischen Strandläufern sowie Thorshühnchen wurden auf der Landzunge gesehen. In großer Zahl kommen Sandregenpfeifer, Regenpfeifer, Kiebitzregenpfeifer, Kiebitz, Bekassine, Ufer- und Pfuhlschnepfe, Rotschenkel und Grünschenkel vor.
Tag 2: Das Hanstholm Reservat und Bulbjerg
Am zweiten Tag des Vogelurlaubs geht es zu verschiedenen spannenden Vogelgebieten in Thy. Der Ausflug beginnt am Morgen im Hafen von Hanstholm, wo man von der nördlichsten Mole aus eine Reihe interessanter Seevögel sehen kann. Danach geht die Tour zum Hanstholm Reservat – einem fast
Nach dem Hanstholm Reservat führt die Tour gen Norden, zum Bulbjerg – Dänemarks einzigem Vogelberg. An der stark abfallenden, unzugänglichen Steilküste brüten bis zu 500 Paare der nordatlantischen Möwenart Dreizehenmöwe. Außerdem brütet der seltene Eissturmvogel auf dem Bulbjerg, wenn auch in geringerer Anzahl. Der Eissturmvogel ist keine Möwenart wie die Dreizehenmöwe sondern gehört zur Familie der Albatrosse. Das ist deutlich zu erkennen, wenn er mit völlig steifen Flügeln über das Wasser schwebt – selbst bei starkem Wind. Beide Vogelarten sind dem Leben auf See angepasst und haben sich darauf spezialisiert, auf den kleinen Vorsprüngen der Klippen und Felsen Nester zu bauen.
Tag 3: Westjütische Fjorde – Nissum und Vest Stadil Fjord
Am 3. Tag ziehen wir südwärts, um das Vogelleben an den westjütischen Fjorden Nissum und Vest Stadil Fjord in Augenschein zu nehmen. Es ist zu empfehlen, der Landstraße (Route 181) entlang der Küste bis ganz hinaus zu folgen. Auf dem Weg nach Süden sollte man die Aufmerksamkeit auf die linke Seite des Weges lenken. Zuerst kommt man an den Nissum Fjord. Um den Nissum Fjord brütet eine ganze Reihe von Vogelarten. Auf den Salzgraswiesen nördlich und südlich von Thorsminde brüten lebensfähige Bestände an Rotschenkeln, Kiebitzen und Austernfischern. Die Uferschnepfen sind auf den Salzgraswiesen von April bis Juni leicht zu entdecken und zu hören, besonders bei Bletholm. Die Alpenstrandläufer sind u. a. auf den Wiesen bei Klægodde zu sehen, wo normalerweise auch die Säbelschnäbler auf ihren langen blauen Beinen umherstolpern. In den Dünen an der Westseite des Fjords gibt es einen guten Bestand an Schafstelzen. Im Frühjahr sind ansehnliche Scharen von durchreisenden Regenpfeifern, Pfuhlschnepfen, Alpenstrandläufern, Kampfläufern und Knutten anzutreffen. In dieser Jahreszeit sieht man auch größere Scharen von Gänsen. Es sind hauptsächlich Kurzschnabelgänse und Weißwangengänse, aber auch die seltenere hellbauchige Ringelgans ist mit einer stattlichen Anzahl vertreten – besonders gleich nördlich von Thorsminde oder bei Fjandø. In der Zeit des Vogelzugs ist der Nissum Fjord, besonders der nördliche Teil, immer noch ein wichtiger Rastplatz für viele verschiedene Arten von Schwimmenten, z. B. Krickenten, Stockenten und Pfeifenten, die in großer Zahl zu beobachten sind. Von anderen Arten wären Graugans, Schellente und Gänsesäger zu erwähnen, die beiden letzten besonders im Felsted Kog. Die vielen Vögel in diesem Gebiet locken natürlich zahlreiche Raubvögel an. Mäusebussarde, Klippenbussarde, Kornweihen und Turmfalken sieht man oft auf der Jagd, aber auch auf Wanderfalken und Seeadler trifft man jedes Jahr.
An den Vest Stadil Fjord gelangt man, wenn man auf der Route 181 weiter gen Süden fährt. Hier ist zu empfehlen, nach links abzubiegen, um in das Gebiet um den Skelmosevej zu gelangen. Der Vest Stadil Fjord hat bei Weitem nicht die Ausmaße des Nissum Fjords, dafür ist aber die Konzentration an Vögeln wesentlich größer und damit besser aufzuspüren. Etwas weiter am Skelmosevej kommt man zu einem Parkplatz, von wo aus man zu den aufgestellten Beobachtungsunterständen gehen kann. Nördlich des Parkplatzes, um den See herum und im Röhricht herrscht in den Frühjahrs- und Herbstmonaten reges Vogelleben. Hier kann man Rohrdommel, Haubentaucher, Wasserralle sowie verschiedene Arten von Enten und Gänsen zu Gesicht bekommen. Die Raubvögel sind immer in der Nähe und hier sind u. a. Seeadler, Fischadler, Wanderfalke und Rohrweihe zu beobachten. Charakteristisch für den Vest Stadil Fjord ist die hohe Konzentration von Gänsen in der Zeit des Vogelzugs. Es ist daher zu empfehlen, dass man anhält und die Felder um den Fjord nach Gänsen absucht. Hier treten Schwärme von bis zu 25.000 Kurzschnabel- und Weißwangengänsen auf.
Tag 4: Die Feuchtgebiete im Vejlerne
Am vierten Tag, zurück in Thy, muss man eines der wichtigsten Vogelgebiete Nordeuropas erleben. Die Möglichkeiten, Vögel zu beobachten, sind in den Feuchtgebieten exzeptionell – nicht weniger als 9 Beobachtungsunterstände wurden bisher an ausgewählten Standorten im Gebiet aufgestellt (siehe Prospekt über Beobachtungsunterstände in den Feuchtgebieten). Das Vogelleben in den Feuchtgebieten wird wahrscheinlich an keinem anderen Ort in Dänemark übertroffen. Salzgraswiesen, Röhrichte und die seichten Seen bieten einer phantastischen Auswahl an Vogelarten Lebensraum. Alle Watvögel, die man mit den dänischen Salzgraswiesen verbindet, brüten in den Feuchtgebieten: Rotschenkel, Alpenstrandläufer, Kiebitz, Uferschnepfe, Kampfläufer, Säbelschnäbler und Austernfischer. Hinzu kommen im Frühjahr und Herbst Massen an Zugvögeln. Große Schwärme von Gänsen und Enten sind im Gebiet natürlich auch gang und gäbe. Schätzungsweise brüten hier allein über 1400 Paare der Graugans. Die Röhrichte bieten über 200 paukenden Rohrdommeln Platz. Dazu kommen Wasserrallen, Teichrohrsänger, Bartmeisen, Sumpfrohrsänger und Tüpfelsumpfhühner. Im offenen Teil des Röhrichts ist auch die Trauerseeschwalbe auszumachen.
Im Herbst dominieren die Entenvögel, während die Löffler den September hindurch da sind. Im Jahre 2005 gab es einen Bestand von 87 Löfflern. Gleichzeitig hat eine ständig steigende Anzahl von Kranichen begonnen, sich auf Bygholmengen zu versammeln. Mitte Oktober sind es über hundert Stück, die man am besten am Abend vom Beobachtungsunterstand Kraptårnet sehen kann. Kiebitze und Regenpfeifer sieht man in Scharen auf der Wiese, und alle Arten von Schwimmenten rasten dort im Herbst mit imponierenden Zahlen von Pfeif-, Stock- und Krickenten. Von der Atlingente wurden bis zu 300 Vögel auf einmal gesehen!

